Lieblingsstück der Woche: Ag-Medaille "Auf die Genesung Franz II./I."

29.01.2020 14:35


Franz II./I. (1792 – 1835)

Diese Medaille wurde im Jahr 1826 von von Johann Ritter von Lampi gezeichnet und Johann Ritter von Lucam anlässlich der Genesung des Kaisers, welcher zuvor schwer erkrankt war, herausgegeben.

Durchmesser: 37mm
Material: Silber
Gewicht: 17.6g
Rand: glatt

Avers: das nach rechts blickende Portrait des knapp 60-jährigen Kaisers, Lorbeerkranz auf dem Haupt
Unter dem Halsabschnitt ist die Künstlersignatur des Münzgraveurs Josef Nikolaus Lang (1776 – 1835, Wien) erkennen.
Umschrift:  FRANC · I · ORBI · CONSERVATIVUS · (Franz I. der Welt erhalten)

Revers: die drei Parzen der römischen Mythologie; links die Lebensfaden spinnende Nona, rechts die über das Lebensgeschick bestimmende Decima und in der Mitte die den Lebensfaden durchtrennende Morta, welche jedoch  von einem Genius zum Einhalt ermahnt wird und mit der linken, erhobenen Hand auf PATRI PARCE (Des Vaters Schone) deutet.
Unter den Figuren der Nona und Decima  befinden sich die Namen zwei weiterer am Auftrag der Medaille beteiligter  Personen: Johann Ritter von Lucam (Auftraggeber) sowie Franz Stuckhart, dem für die Kehrseite der Medaille beauftragten Münzgraveur.

Inspiration für diese Medaille waren zwei Transparente, die an den  Fenstern der Kumpfgasse in Wien angebracht waren und wie folgt zeigten: das Brustbild des Kaisers mit der Umschrift Franciscus I. Aegritudine repente deprehensus, Orbi noviter datus und die drei Parzen mit dem Genius sowie der Umschrift Parce dilectam Augusti breviare vitam

Die Medaille war in der „Ehemaligen Weigl’schen Kunsthandlung“ am Wiener Graben erhältlich und konnte zum damaligen Preis von 3 bis 5 Gulden erworben werden.


Quelle: Gott erhalte Franz, den Kaiser! – Erinnerungsbuch der Unterthanenliebe und die unvergessliche Epoche des Jahres 1826, wo eine gefährliche Krankheit bald das kostbare Leben des angebetheten Landes-Vaters entrissen hätte (Bäuerle Adolf, Jänner 1827)